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2012 – drei Wünsche

Montag, 2. Januar 2012

gute Wünsche für das neue Jahr. Ja, auch von mir.

Ich wünsche Ihnen (und mir) in diesem vor uns liegenden Jahr:
Mehr Klarheit – und weniger Kompromisslastigkeit
Mehr Ehrlichkeit – und weniger Runterschlucken
Mehr Liebe zu sich selbst – und weniger angestrengtes Vonanderengeliebtwerdenwollen.

Und NEIN, ich rede hier nicht dem Krieg das Wort. NEIN!  Aber – bitte -  schauen Sie doch einmal hin: Leben Sie wirklich in Frieden mit sich selbst? -  und mit anderen? Oder lebten Sie in 2011 nicht eher  in vielen “faulen”  Kompromissen, in übergroßen Anstrengungen und das im überwiegenden Fall mit dem Gefühl, sich für andere zu verausgaben? Den Kompromiss für den anderen einzugehen? Diese Anstrengung für den anderen auf sich zu nehmen?

Und JA, wir sind eine Gemeinsschaft von Menschen und JA eine Gemeinschaft sollte sich umeinander kümmern. Aber dieses “Kümmern” muss doch erst einmal bei mir selber beginnen. Wie – bitte – kann ich einem anderen Menschen und seinen Bedürfnissen gerecht werden, wenn ich mich ständig selbst “vergewaltige”? Wie soll das gehen? Ich pfeife auf dem letzten Loch und denke, für einen anderen etwas Gutes tun zu können? Woher will ich die Kraft, die Liebe, die achtsame Hinwendung nehmen – in meiner eigenen Kraftlosigkeit? Wie soll das gehen?

Und so wünsche ich Ihnen und mir Klarheit.
Klarheit darüber, was Sie für sich benötigen. Klarheit über Ihre Bedürfnisse. Klarheit darüber, was Ihnen Kraft gibt, Klarheit darüber, was Sie belastet. Um dann in dieser Klarheit in Ihrem eigenen Leben eine gute innere Ordnung zu haben. Um aus dieser Klarheit heraus zu wissen: was ist meins und was ist deins. Und wenn jeder genau das klar weiß, dann ist der Kompromiss  keine Belastung, keine Anstrengung mehr,  sondern dann entwickelt sich aus “meinem” und “deinem” häufig ein kraftvoller dritter Weg und kein belastender Kompromiss.

Und ich wünsche Ihnen Ehrlichkeit.
Ehrlichkeit sich selbst gegenüber – über Ihre wahren Gefühle und Ihre wahren Motive. Es ist nicht nötig, das in Worten in die Welt zu tragen. Wichtig ist nur, dass Sie mit sich selbst ehrlich sind, dann werden Sie Ehrlichkeit beinahe “automatisch” ausstrahlen. Und Sie werden staunend feststellen, dass Sie viel seltener in Situationen kommen, in denen Sie irgendetwas “runterschlucken” müssen. Sie ziehen es einfach nicht mehr an; denn Sie haben aufgehört, sich selbst etwas vorzumachen.

Und ich wünsche Ihnen Liebe zu sich selbst.
Nur dort, wo ein Menschen sich selbst  bedingungslos annimmt (genauso wie er/sie ist) und bedingungslos liebt, nur dort wird er auch einen anderen Menschen bedingungslos lieben können. Nein, bitte kein “Ich liebe Dich, weil….” mehr.  Sondern ein staunendes, offenes, wertfreies: Ich liebe mich. Ich liebe Dich. Jeder ist so, wie er ist, JETZT und HIER – perfekt.

Leben mit diesen Drei Kräften: Klarheit, Ehrlichkeit, Liebe – führt zu einem Leben, das weniger von Zweifel und Selbstzweifel beherrscht wird, das eindeutiger ist, das stressfreier ist, das erfüllter ist und letztendlich sehr viel leichter, freier UND hingebunsvoller ist.
Es ist die Basis, um in echtem Frieden miteinander leben zu können, weil Frieden in mir / in Ihnen herrscht.

Frieden in Ihnen – DAS wünsche ich Ihnen für 2012 von ganzem Herzen.

handeln

Samstag, 10. Dezember 2011

Wenn Sie heute ein Problem lösen könnten, welches wäre es dann?”

Patienten und Klienten kommen normalerweise zu mir mit einem riesigen Packen an Problemen und Geschichten. Wo anfangen? Wo aufhören? „Nicht der Arzt heilt den Patienten, sondern der Patient heilt sich selbst. Der Arzt hält ihn lediglich so lange beschäftigt, bis er sich selbst heilt.“ Das sagte der große Menschenliebhaber Albert Schweizer. Und genau dieser Gedanke beantwortet mir als Therapeutin auch die Fragen – wo anfangen – wo aufhören.

Wo wir mit einer Therapie beginnen, das ist ja nicht meine Entscheidung, sondern die Entscheidung des Patienten; denn nur er selbst weiß bereits, welches Thema so weit an der Oberfläche des Unterbewussten liegt, dass es vom Bewussten aufgegriffen und betrachtet werden kann. So gibt es zwei Startfragen in jeder Therapie, in jedem Coaching für mich.
Die erste ist die: wenn Sie HEUTE – hier – jetzt ein Problem lösen könnten, welche wäre es dann?
Die zweite ist die: Woran erkennen Sie heute Nachmittag, morgen früh, dass Sie Ihr Problem gelöst haben? Was hat sich KONKRET verändert?

Die Arbeit an diesen Fragen führen Patienten und Therapeuten sicher aus dem Dschungel der vielen ungelösten Probleme, aus den Schlingpflanzen der alten Geschichten, die irgendwann einmal passiert sind im Leben und Verletzungen und Ängste zurückgelassen haben. Die Arbeit an diesen Fragen führt sicher ins JETZT und das ist der einzige Ort und der einzige Zeitraum, an dem wir handeln können. Genau jetzt – gerade jetzt und hier.

Das Handeln – nur das  Handeln – ist der große Heiler.
Anders handeln, als wir bisher gehandelt haben.

Das geht nur in ganz kleinen Schritten. Ich kann nicht mein ganzes Leben auf einmal aus den Angeln heben. Aber ich kann beginnen, achtsamer, aufmerksamer mit mir umzugehen. Und das kann ich nur im Handeln. Nur achtsamer, aufmerksamer zu denken, hilft mir nicht weiter und es hilft auch Ihnen nicht weiter.

Eine kleine Geschichte. Ich war vor einiger Zeit bei meiner ältesten Tochter zu Besuch. Sie hat einen sehr schönen Haushalt und kocht so, dass ich mich damit wohlfühle. Da ich aber bereits seit einer Woche in Hotels unterwegs gewesen war und immer nur in Restaurants gegessen hatte, hatte ich das Bedürfnis nach einem bestimmten einfachen Nahrungsmittel: Hefeextrakt auf Reiscracker. Beides hatte ich mir besorgt und freute mich auf eine nette kleine Küche bei meiner Tochter, mit einem Messer und einem Brettchen. In der Ankunftsfreude hatte ich meinen Einkauf im Auto vergessen. Nun saßen wir am Tisch und Katrin hatte wundervoll gekocht … und in mir sagte das alte Muster: „Ach, Susann, das sieht doch auch lecker aus. Den Reiscräcker mit Hefeextrakt kannst Du ja morgen noch essen.“ … tralalalalala … kennen Sie das auch? Sie haben ein Bedürfnis und in Ihnen sagt etwas: “Ach, ignorier das mal, das kannst Du ja imme rnoch machen – später – irgendwann….”
– ich sagte mir selbst laut. „NEIN! Genau das habe ich jetzt eine Woche lang gemacht, an gedeckten Tischen das gegessen, was lecker drauf steht und genau das hat mich dahin gebracht, wo ich heute stehe: keinen Appetit mehr, müde, abgearbeitet – JETZT ist Schluss! Ich gehe JETZT die drei Stockwerke runter zu meinem Auto. Ich hole JETZT meine Reiscräcker und meinen Hefeextrakt und gehe die drei Stockwerke wieder hinauf.“ Und genau das tat ich dann auch.

Und da meine Tochter sich bei mir schon beinahe über nichts mehr wundert, saß sie nur grinsend am Tisch und überließ mich meiner Übung „JETZT – anders zu handeln“. Wenn ich im JETZT nicht anders handle, als ich es immer getan habe, dann wird sich im „Morgen“ nichts ändern! Wie sollte es?

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit, die überfrachtet ist von alten Traditionen, von dem, was man immer schon so gemacht hat, lohnt es sich, ein zweites Mal hinzusehen und zu schauen: tut mir das gut? Möchte ich das so? Wenn ich jetzt und heute eines meiner vielen Probleme lösen könnte, welches wäre es JETZT konkret?

Ich wünsche Ihnen ein fröhliches, mutiges TUN und einen schönen 3. Advent.

 

Tun

Freitag, 2. September 2011

Wir leben heute in einer Zeit in der wir im wahrsten Sinne des Wortes “zugetextet” sind. Wir haben für alles Worte, ganze Texte, ganze Romane. Wir verbringen sehr viel Zeit mit Nachdenken, mit „Darüber-Reden“, mit Bergen von Worten, die wir untereinander austauschen und/oder Zuhören, Zusehen (TV, Radio, Vorträge etc.) und doch sind wir trotz aller Erkenntnisse und aller “Texte” nicht glücklicher, gesünder, dynamischer als Menschen, die mit weniger “Text” leben.

Der Schlüssel für ein erfülltes und glückliches Leben liegt für mich sicherlich zum einen darin, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, die eigenen Möglichkeiten zu erkennen, mit sich selbst einfach gut unterwegs zu sein.  Zum anderen muss dieser Schlüssel dann auch ein Schloß finden UND in diesem Schloss gedreht werde. d.h.  Glücklichsein liegt auch im TUN.

… der Schlüssel muss im Schloß der Realität gedreht werden, damit die Tür aufspringt und der Weg frei wird in einen neuen Lebensraum.
“Das Schloss der Realität”. Das ist das, was Tag für Tag passiert. Es liegt direkt vor unseren Füssen. Es begegnet uns direkt und schaut uns in die Augen. Immer nur im JETZT können wir leben und handeln.

Den Schlüssel im Schloß zu drehen erfordert ein aktives TUN.  JETZT.


Theater…

Montag, 29. August 2011

Katja Ebstein sang mal einen Song, dessen Melodie ich noch im Ohr habe, aber leider nur noch zwei Worte des Textes: Theater, Theater ….
Diese Melodie und diese zwei Textworte sind ein Ohrwurm, ich werde sie nicht los und das liegt auch daran, dass sie praktisch täglich zu meiner Praxistür wieder herein getragen werden. Viele meine Klienten haben den Anspruch an sich selbst, genau wissen zu müssen, was „richtig“ und was „falsch“ ist und zwar nicht in diesem Moment, sondern „im voraus“.

„Woher kann ich wissen, dass ich die Kompetenz haben werde, das Richtige zu entscheiden?“ fragte mich eine Klientin.  Oder eine andere fragte: „Wo kommt denn meine Lebenskompetenz überhaupt?“

Ich frage dann immer mal zurück: Woher kommt Dein Atem? Woher kommt es, dass Du überhaupt lebst? Lebst Du eigentlich?

Klienten stellen dann relativ schnell fest:
Ich lebe!
Ich atme!

Diese Frage nach der eigenen Kompetenz, der eigenen Fähigkeit heute sicher zu wissen, dass wir auch übermorgen noch sicher leben werden, ist eine “Opferinszenierung”, denn sie bannt die ganze Aufmerksamkeit auf etwas, was noch nicht ist und damit verpassen wir den einzigen Moment im Leben, in dem wir kompetent gestalten und leben können, nämlich gerade jetzt in diesem Atemzug.

Dahinter steht ein Anspruch, den wir mit unserer Erziehung aufgenommen haben, dass wir unser Leben „im Griff“ haben könnten. Das entspricht einer Vorstellung (!),  dass Leben so etwas ist, wie eine Theateraufführung, d.h. Wir haben Probenzeiten, wo wir üben können zu leben, um dann, wenn das Stück wirklich aufgeführt wird, unseren Text auch richtig zu beherrschen, das richtige Kostüm zu tragen, die richtige Rolle zu spielen – …. nur ….. so funktioniert das aus meiner Sicht mit dem Leben nicht.
Leben findet immer jetzt – direkt in diesem Atemzug statt.
Das ist beruhigend und das kann auch zutiefst beunruhigend sein!

Beides.

Aus meiner Wahrnehmung und Erfahrung, kann ich Leben nicht einüben. Es geschieht und ich gestalte immer nur in diesem Moment. In dem Moment, in dem ich handle, bin ich immer kompetent. Die Frage, ob ich es „besser“, „richtiger“, „schneller“, „langsamer“ etc. hätte machen können, stellt sich garnicht. Denn ich handle im Moment und nur das zählt.

Alle sind kompetent  – immer – niemand hat jemals sein Leben schon mal als Generalprobe gelebt, um dann bei der Uraufführung nicht zu patzen! NIEMAND! Wir haben alle, immer nur diesen Moment, wir können es nicht “üben”, um es dann bei der „Uraufführung richtig zu machen“ !

Wir können NIE sehen, was “dahinten” ist. Und wenn wir das ehrlich zu Ende denken, dann … wird so manches Versprechen auf sichere Renten, sichere Rendite, auf die ganz sicher letzte Veränderung des Gesundheitssystem, die ganz sicher letzte Umstellung des deutschen Schulsystems etc. etc. … hinfällig. Alle Versprechen, alle Prognosen, alle Voraussagen werden zu dem, was sie sind: ein Blick in die Kristallkugel – oder eben „Theater, Theater“…

….und dann wende ich mich wieder diesem Moment zu, der jetzt gerade ist, nehme mich selbst wahr und lebe meine Leben. Und dann ist eher wie eine Reise.  Ich reise immer weiter und überall, wo ich hinkomme, bin ich zum ersten Mal. Alles ist immer neu und anders.

… für eine Reise benötige ich vor allem Neugier und Vertrauen.

müssen?

Sonntag, 10. Juli 2011

 

„Ich muss …“

Wie sehr bestimmt dieser Gedanke Ihren Alltag?

Diesen Gedanken gibt es auch in dieser Form: „Der muss …“ – „ die sollte aber …“ – „also das muss aber …“ – „wenn der das so und so gemacht hätte, dann….“ – „man muss …“ usw.

Dahinter steht immer eine Vorstellung. Eine Vorstellung darüber, wie diese Welt im Prinzip und speziell im eigenen Leben „funktioniert“. Nur wissen wir wirklich wie diese Welt „funktioniert“? Dazu müssten wir in die Zukunft blicken können. Um in die Zukunft blicken zu können, müsste diese Zukunft jedoch „fertig geplant“ sein. Die Zukunft ist aber nicht „fertig geplant“. Die Zukunft ist einfach nur die Frucht dessen, was ich jetzt tue.

Mit jedem „Müssen“ verlasse ich das Jetzt.  Fühlen Sie mal:

„Ich muss noch Schlagsahne einkaufen.“ – „Ich muss noch die Küche fertig putzen.“ – “Ich muss noch das Hemd bügeln.“ – “Ich muss noch die Umsatzzahlen für 2010 ermitteln.“

In welchem Zeitraum bewegen Sie sich gedanklich?

Im JETZT?

Nein! Sie bewegen sich in einer imaginären Zukunft; denn wenn … ich die Schlagsahne eingekauft habe, dann …. kann ich den Kuchen backen – wenn ich die Küche fertig geputzt habe, dann …. – wenn ich das Hemd gebügelt habe, dann …. – ja selbst wenn ich die Umsatzzahlen ermittelt habe, dann  …. – Nein – dann weiß ich noch lange nicht, wie mein Umsatz in 2011 wird!

Wir fallen mit jedem „Müssen“ aus dem Jetzt und JETZT ist der einzige Zeitraum, in dem wir überhaupt handeln können. Sie können gerade nur in diesem Atemzug handeln, mehr Handlungsraum gibt es nicht.

Lassen Sie doch aus dem „Müssen“ zum einen Muße entstehen und Sie werden erstaunt sein, wie leicht Ihr Leben läuft und wie völlig natürlich Ihr Handeln geschieht. Und lassen Sie aus dem “Müssen” zum anderen ein “Wollen” entstehen und Sie werden spüren, wie sich Ihre Lebenskompetenz potenziert.

Die Muße und das Wollen sind Entscheidungen, die jeder Mensch so nur für sich selbst treffen kann.

richtig sehen

Montag, 21. März 2011

“Jeder Mensch, der schreiben kann, kann auch zeichnen.” Betty Edwards

So einfach ist das! :-) Ich hatte mir das Buch von Betty Edwards gekauft, um mal wieder ein bißchen zu zeichnen. Das habe ich bisher nicht getan, sondern ich habe stattdessen ein neues Coachingseminar aus diesem Zeichenbuch entwickelt. Beim Lesen wurde mir immer bewusster wie eng dieser 40 Jahr alte Zeichenlehrgang mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat.

Viele von uns zeichnen wie Kinder, trauen sich nicht zu z.B. ihre eigene Hand zeichnen zu können und wenn sie es versuchen, dann hat das Resultat wenig Ähnlichkeit mit der eigenen Hand. Wir zögern, malen in Symbolen schöne Herzen, Bäume, Sonnen aber dringen nicht zu dem vor, das zu zeichnen, was wir wirklich sehen. Betty Edwards führt es sehr schön aus, dass Zeichnen nicht eine Frage der handwerklichen Geschicklichkeit ist, sondern eine Frage des Sehens. So hat sie ihre Schülern Bilder nachzeichnen lassen, die auf dem Kopf standen. Die Kinder konnten sich nicht mehr in einem “fertigen Bild” oberflächlich-überfliegend orientieren und dann das zeichnen, was sie sich vorstellten, dass es auf dem Bild sei. Sie mussten sich stattdessen das “Auf-dem-Kopf-stehende-Bild” Stück für Stück erarbeiten und kopieren und erreichten fantastische Resultate, weil sie gezwungen waren genau hinzusehen, was da eigentlich wirklich zu sehen war.

Ich sehe hier große Parallelen zu den Blockaden, mit denen wir es im Coaching immer wieder zu tun haben. Unsere Klienten sind blockiert, weil sie auf eine Vorstellung sehen. Es sind die eigenen Vorstellungen, die Angst machen, die zu falschen Reaktionen verleiten, die zu Mißverständnissen führen. Es sind die eigenen Vorstellungen davon wie eine Situation oder ein Mensch “ist”, wie ein Nahrungsmittel “ist”, was im eigenen Körper gerade passiert, die in die Krankheit führen.  Es sind die eigenen Vorstellungen davon, wie wir selbst zu sein haben: dünner, dicker, reicher, schöner, jünger, berühmter – alles fremde Bilder geprägt von Fernsehen, Zeitschriften und anderem mehr. Aber haben Sie wirklich mal 10 Minuten in den Spiegel geschaut und einfach nur mal wertfrei hingesehen, was Sie da sehen? Wertfrei? So als wollten Sie das, was Sie sehen, zeichnen? Ich sehe immer nur in ihrer Einmaligkeit wunderschöne Menschen in meiner Praxis und auch in meinem eigenen Spiegel.

Das genau Hinsehen auf das, was JETZT gerade wirklich ist, führt uns sofort aus der Vorstellung in die Realität. Klienten sind bei der Frage, was sie jetzt gerade tun, sehr schnell präsent und angstfrei: “Ja, jetzt gerade sitze ich hier im Sessel.” Punkt – kein Problem.  Die Realität im Hier und Jetzt ist immer sehr viel besser, heilender, sanfter, liebevoller als jede einzelne unserer Vorstellungen.

In der Realität, im genauen Hinsehen auf das, was ist, konnten alle Schüler von Betty Edwards zeichnen! Und Sie können das auch. Naja, vielleicht ist Zeichnen ja garnicht Ihr Ziel, aber mit Ihrem Leben im Einklang sein, ruhig sein, angstfrei sein, entspannt und glücklich sein – alles das können Sie gerade jetzt auch. Schauen Sie ganz genau hin – nur auf das, was IST.

Das eigene Potenzial

Sonntag, 13. Februar 2011

“Jeder Mensch ist überzeugt davon, daß ein größeres Potenzial in ihm steckt.”  Ralph Waldo Emerson

…. und dann … wo immer wir wünschen, dass dieses größere Potenzial sich zeigen möge, passieren irgendwelche komischen Dinge. Wir werden krank vor einer wichtigen Prüfung oder vor einer Veranstaltung, auf die wir uns wirklich sehr, sehr gefreut hatten (Maria Riesch!), wir sind in Unfälle verwickelt, wir bleiben unterhalb unserer eigenen Möglichkeiten, wir empfinden uns als blockiert, frustriert, enttäuscht über uns selbst. Am Ende hat “das Schicksal” es eben nicht gewollt und wir geben uns mit sehr viel weniger zufrieden, einfach aus der Angst heraus, wieder eine enttäuschende Erfahrung zu machen, wie schon die vielen Male zuvor.

Warum fällt es uns so schwer, mit Freude und Kraft das eigene Potenzial mit Leben zu füllen und auszuschöpfen?

Eine Antwort (von sicherlich vielen möglichen Antworten) gab Bode Miller (Sie sehen ich bin begeisterte Ski WM-Verfolgerin) : “Ich fahre Ski, weil ich es liebe zu fahren und zugleich liebe ich es, unten zu sitzen und einem Rennen zuzuschauen.”  Merken Sie was? Es gibt kein Urteil, keine Bewertung. Ohne Urteil, ohne Bewertung gibt es auch keinen Mangel. Alles ist gut. Bode Miller liebt es, Ski zu fahren und er liebt es genauso, einfach zuzusehen.

Alles ist gut.

Wir scheitern so häufig, weil wir das, worauf wir uns so, so, so freuen, unbewusst mit einer Wertung belegen, die zeigt, dass wir den statusquo, den wir gerade erleben als mangelhaft empfinden. “Wenn ich das erreicht habe / wenn ich das getan habe… , DANN ..” DANN bin ich glücklich, DANN geht es mir gut, DANN bin ich da, wo ich hinwill.” Maria Riesch MUSS als “Lokalmatadorin” auf ihrer “Heimatrennstrecke” Medaillen “schaffen”.  Erst DANN ist sie wirklich gut, hat sie wirklich ihre Klasse bewiesen. … und sie wird krank.

Wir scheitern so häufig, weil wir aus dem “Jetzt” fallen, aus dem Genuss dessen, was jetzt ist. Leben kann immer nur in diesem Atemzug gelebt werden, erfahren werden, genossen werden.  Je mehr Erwartungen, Bewertungen, Hoffnungen ein Mensch hat, desto eher steht er in Gefahr, damit zu scheitern; denn um “dahinten” anzukommen, ignoriert er, wo er sich JETZT gerade befindet. Die Fixierung auf das “DANN-ist-alles-besser” impliziert, dass es JETZT gerade nicht ausreichend gut ist. “Jetzt existiert ein Mangel (sagt der Kopf), aber dann/dahinten hast Du die Chance, diesen Mangel zu beseitigen.” … und wir legen los, um den vermeindlichen Mangel zu beseitigen und scheitern.

Wir wäre es denn damit: “Dann” kann es nur gut sein, wenn es “JETZT” bereits gut ist?!

Bewusstes Atmen, bewusstes Hinsehen, bewusstes Innehalten und Feststellen, wie es einem gerade JETZT geht, IST gelebtes Potenzial! Das eigene Potenzial IST! Es ist immer da, es zeigt sich jede Minute, wo Sie gehen und wo Sie stehen. In jedem Atemzug.

Wie geht es Ihnen JETZT -  gerade – in diesem Atemzug?

 

 

Buchempfehlung – Ich mache mir solche Sorgen

Sonntag, 25. April 2010

Ich mache mir solche Sorgen.

Ich mache mir solche Sorgen um ….. 

Wahrscheinlich kennen Sie selbst auch solche Gedanken und ganz sicher kennen Sie Menschen, die so Sorgen-angefüllt / sorgenvoll /voller Sorgen sind, dass es schwierig ist, in ein leichtes, freudiges Gespräch zu kommen.

Ist es Ihnen jemals gelungen, eine Ihrer Sorgen wirklich auf-zu- lösen? Denken Sie genau nach! Ich denke nicht; denn es gibt nur einen Zeitraum, in dem wir handeln können und das ist GERADE JETZT in diesem Atemzug.

Nein, sagen Sie? Wir müssen doch planen! Und all die traumatischen Erfahrungen in Ihrem Leben?

Ich bitte meine Klienten, doch bitte aufzustehen und noch einmal zur Praxistür zu gehen und genau den Atemzug zu tun, den sie taten, als sie vor 20 Minuten durch genau diese Tür meine Praxis betraten. – Ja, genau – das geht nicht. Das stellt jeder fest, der diese Übung macht. Keiner von uns kann für „vor 20 Minuten“ (Vergangenheit)  atmen und keiner von uns kann für „in 20 Minuten atmen“ (Zukunft).

Wenn schon so etwas Natürliches und Leichtes wie Atmen nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft klappt, sondern immer nur im JETZT – wie komplex und schwierig ist es dann, in der Vergangenheit oder in der Zukunft sorgenvolle Zustände zu ändern!

Leben Sie im Jetzt. Leben Sie genau in diesem Moment und beobachten Sie mal, was dann mit Ihren Sorgen passiert, wenn Sie ganz im Jetzt sind.

Eckhart Tolle hat viele schöne Bücher geschrieben. Ich empfehle Ihnen: Leben im Jetzt