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Selbstbegrenzung

Freitag, 20. Januar 2012

“Jumping to solutions”

Einer der ganz großen und sehr effektiven „Selbstbegrenzer“ ist ein Phänomen, dass die Engländer so bezeichnen: „Jumping to solutions“.
Ich finde diesen Begriff sehr passend – und habe dafür keinen äquivalenten deutschen Ausdruck außer der banalen Übersetzung: auf Lösungen springen – zu Lösungen springen.

Das Phänomen ist Folgendes:
Ein Problem zeigt sich – ein Angstgefühl – eine Irritation – eine Fragestellung.
Die erste, beinahe automatische Reaktion ist die:
Wie kann ich es lösen?
Was ist die Antwort?
Wie komme ich von meiner Angst weg?
Ich will das jetzt nicht!
Ich will was anderes!

Fluchtreflex – Totstellreflex – Kampfreflex.
Es ist unser Stammhirn, das hier arbeitet und sofort in Aktion springt.
Jumping to solutions.

NUR …
Die Lösungen, zu denen wir so reflexartig gelangen, sind niemals „neue“ Lösungen, sondern immer die alten wohlbekannten, hundert Mal geübten Lösungen.  Die Selbstbegrenzung ist fest vorprogrammiert auf diesem Weg.

Innehalten
Aushalten

Hang onto – sit with it ….  sind andere englische Ausdrücke, für die ich kein Äquivalent im Deutschen habe.

Wie will ich ein Problem wirklich lösen, wenn ich es nicht eindeutig erkannt habe?
Wie will ich eine Antwort finden, wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob die Frage überhaupt richtig gestellt ist?
Wie will ich aus einer Irritation in eine Sicherheit finden, wenn ich nicht genau erkannt habe, was mich –konkret, genau – so irritiert?

Die Botschaft ist die: Bleibe erst einmal an dem Problem  – nach dem Motto:
„Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!“

Schau Dir die Frage genau an und schau, ob die Frage überhaupt stimmt, bevor Du nach einer Antwort suchst!
Ergründe die Untiefen eines Problems – einer Irritation.
Nimm das „Hindernis“ als Herausforderung an!  Gehe wie ein Springreiter den Hindernisparcour bewusst hinsehend ab, prüfe jedes einzelne Hindenris genau, begreife es (auch gerne in Sinne von Anfassen). Ich habe da auch immer unseren Nachbarnbauern vor Augen, der im Frühjahr von seinen Söhnen jedes einzelne Feld ablaufen läßt. Hinter dem Jungen rollt ein Traktor mit einer riesigen Schaufel und der Junge sammelt von Hand die Steine aus dem Acker. Dieser Jungbauer kennt seinen Besitz, kennt jeden Acker und die damit verbundenen Herausforderungen in- und auswendig!

Erst dann, wenn Du Dir alles genau angesehen hast, erst dann ist das Ding mit der “Lösung” dran.
Und was ich dann immer wieder erlebe: habe ich ein Problem durchdrungen, erscheint die Lösung meist von selbst, ganz leicht, ganz frei, ganz einfach.

 

 

 

„Ach, das macht nichts!“

Mittwoch, 6. Juli 2011

Macht es wirklich nichts?

Eine Twitter-Freundin brachte das Thema auf und inspirierte mich zu diesem Artikel; denn wann immer ich „ach, das macht nichts“ höre, halte ich innerlich inne, fühle in mich hinein und spüre eine Diskrepanz.

 Hören tue ich „ach, das macht nichts.“-  Fühlen tue ich: „Doch! Es macht doch etwas.“ – „Es macht mir etwas aus.“ – „Du stehst hier mitten in meinem Territorium und ich möchte eigentlich, dass Du das nicht tust.“ – „Ja, verdammt noch mal, es macht mir was aus! Ich bin betroffen, verletzt.“

 Ich frage mich dann, warum sagt mein Gegenüber „es macht nichts.“ … und anscheinend macht es doch etwas. Mein Gegenüber fühlt sich betroffen, ärgert sich, fühlt sich einfach unwohl. Warum sagt er/sie mir das nicht ehrlich?

 Ich schaue dann auf mich. Wann sage ich „ach, das macht nichts!“ ?

Ich sage es immer dann, wenn ich keine Lust habe, mich mit einem anderen Menschen wirklich auseinanderzusetzen. Ich sage es auch dann, wenn mir der andere einfach nicht wichtig genug ist.
Ich sage es auch dann, wenn ich weitereilen will, etwas anderes im Kopf habe, als diese kurze Begegnung.

Da kippt jemand ein Saftglas um „ach, das macht doch nichts.“ Klar macht es etwas, aber ich habe jetzt gerade genug mit dem Aufwischen von dem Saft zu tun und eigentlich keine Lust, noch mehr Zeit und Kraft einzubringen.

Da hat jemand einen Termin mit mir verbasselt „ach, das macht doch nichts.“ Doch – es macht etwas! Ich habe umsonst gewartet, habe mich umsonst vorbereitet und ich bin tierisch wütend. Ich habe jetzt einfach keine Lust, mich mit dem Terminverbasseler auseinanderzusetzen.

Viele Beispiele gäbe es. Wo immer ich „ach, das macht doch nichts“ genauer ansehe erkenne ich: „Doch! Es macht etwas!“
Es macht etwas mit mir.
Es macht etwas mit der Situation.
Es macht etwas mit meiner Beziehung zu meinem Gegenüber.

Es hilft allen, ehrlich zu sagen: „doch es macht etwas!“

Mein Leben – mein Coach

Montag, 7. März 2011

Das Leben auf dieser Erde unterliegt physikalischen Gesetzen. Tag und Nacht, Mann und Frau usw. – uns allen hinlänglich bekannt und kurz zu fassen: es gibt zwei Pole! Diese Pole stehen immer in einer Beziehung zueinander. Das wird im Yin-Yang sehr schön gezeigt. Das Schwarze hat eine Kraft im Weißen, das Weiße hat eine Kraft im Schwarzen, d.h. verstärke ich z.B. das Schwarze verstärkt es sich auch im Weißen. Ich kann das eine nicht ohne das andere verstärken – auch hinlänglich bekannt und kurz zu fassen: Resonanz.

Alles, was im eigenen Leben passiert ist somit kein Zufall, kein böses oder gutes Schicksal, sondern von uns selbst inszeniert und angezogen. Ah, na das ist nun eine wichtige Erkenntnis! Es bedeutet im Klartext, alles, was ich Außen als belastend erleben, kann ich im Innen ändern und dann stellt es sich auch im Außen anders dar! Alles, was ich im Außen erlebe ist ein Spiegel – nur ein Spiegel meiner selbst.

Und nun kann der große, befreiende Schritt kommen: “Mein Außen” ist mein Coach! Mein ganzes Leben ist mein Coach. Tag für Tag. 24 Stunden am Tag. Ob an der Kasse am Supermarkt, an der roten Ampel, im Gespräch mit Freunden, im Krieg mit Feinden, ob in Wut über “…” oder in Freude über “…” – Alles spiegelt mich selbst 1:1.

Als ich das für mein Leben kapiert hatte, entstand eine riesige Entspannung und Leichtigkeit. Ich brauche nur noch hinzusehen, was so um mich herum passiert und weiß was ich brauche. Ich erfahre, was mir schadet. Ich spüre, was mich nährt. Ich kann über jeden Schritt, über jeden Gedanken selbst entscheiden.

Und was sehen Sie? Schauen Sie doch einmal genau in das Auge! – Vielleicht schauen Sie sich selbst einmal genau in die Augen. Im Spiegel.