“Es ist besser, eine gute Idee zu vervollkommnen statt ständig anderen, neuen Ideen nachzujagen.” ~Henry Ford
Ich habe eine Wette gewonnen. Und damit habe ich ein Buch gewonnen. Die Autobiographie von Henry Ford, die eigentlich eingestampft wurde wegen Henry Fords massiv antisemitischer Äußerungen in seinen anderen Büchern. Dieses Buch wurde nun vom Deltus Verlag neu aufgelegt und ist ein Kind seiner Zeit (1920), ebenso wie Henry Ford ein Kind einer Zeit war und es ist für mich sehr interessant, eine solche Zeitreise zu machen, und dabei zu sehen, was sich in 100 Jahren geändert hat und was sich in 100 Jahren eben NICHT geändert hat.
Henry Ford begann als Schuljunge, Uhren auseinander zu schrauben und wieder zusammen zu bauen, bis er sie sicher reparieren konnte. Damit verdiente er sich beim Juwelier im Ort sein erstes Taschengeld. Er war schon als Jugendlicher besessen von der Idee eine „Maschine“ zu bauen, die den Bauern bei der schweren Landarbeit half. Diese „Maschine“ entwickelte sich langsam von der Dampfmaschine zu einem Zweitakter zu einem Viertakter zu einem Auto, alles von einem Mann ersonnen, erprobt, zusammengebastelt bis dann 1921 dieses Auto 5 Millionen Mal gebaut und verkauft worden war!
Henry Ford hatte nicht nur ein Auto gebaut, er hatte in den vielen Stunden des Denkens, Schraubens, Ausprobierens, Scheiterns und neu Nachdenkens, auch darüber nachgedacht, wie es eigentlich nach dem Verkauf/Kauf eines solchen Autos weitergehen sollte. Henry Ford fand, dass der Verkauf/Kauf eines solchen Autos der Beginn einer Beziehung zwischen Autohersteller und Kunde sei und nicht deren Ende! Er war der erste, der die USA flächendeckend mit Werkstätten überzog, um jedem seiner Kunden eine schnelle, kompetente Reparatur des Autos zu ermöglichen, mit Original Ford Ersatzteilen.
Henry Ford war ein Mensch, der weiter dachte, der immer auch an die Konsequenzen dachte, die der Schritt, den er gehen wollte, mit sich brachte, der darüber nachdachte, wie er dann mit diesen Konsequenzen umzugehen gedachte.
Wenn ich A erreiche, wie sieht dann B aus und was muss ich an A ändern, wenn ich möchte, dass B anders aussieht? So führte der Gedanke Fords, dass der Kauf eine Autos der Beginn einer Beziehung zwischen Autohersteller und Käufer ist dazu, dass er ein Auto baute, an dem Ersatzteile auswechseln konnte.
Wenn ich solche Biographien lese, dann muss ich auch an Warren Buffet, Mutter Theresa, aber auch an große Gestalten aus der Geschichte denken Elisabeth I. von England oder den Sire de Coucy zum Beispiel, deren Lebensgeschichten ich gelesen habe und dann sehe ich ein verbindendes Band zwischen diesen „erfolgreichen“ Menschen durch alle Jahrhunderte hinweg:
1. Sie haben an das, was sie taten geglaubt und
2. sie haben immer schon 3 Schritte weiter gedacht, d.h. sie haben das, was sie taten auch aktiv langfristig gestaltet.
Viele von uns hätten alles gerne „schnell“. Jetzt gleich und sofort. Und dann? Tja, für das „dann“ gibt es häufig keinen weiteren Plan. Und die meisten von uns wissen vor allem, was sie NICHT haben wollen! „Ich will jetzt ganz schnell mein Problem nicht mehr haben.“
Nur bitte, wie lebst Du dann MIT dem Nicht-Problem?
Was willst Du stattdessen haben?
Wenn ich mein eigenes Leben ansehe und Revue passieren lasse, dann bin ich immer dort gescheitert, wo ich etwas 1. schnell wollte und mein vermeintliches Ziel 2. darüber definiert hatte, was ich NICHT wollte.
Dort, wo ich für mich selbst und mein Vorhaben ein klares positives Ziel hatte und auch über dessen Konsequenzen bereits nachgedacht hatte, dort ist es mir immer gelungen, ja beinahe in den Schoß gefallen, erfolgreich zu sein.
Bitte schauen Sie doch einmal genau hin, ob Ihre positive Zielformulierung nicht ein verstecktes „Nichtwollen“ ist. Wie erkennen Sie das? Ziemlich einfach:
Begeistert Sie Ihr Ziel so, dass Sie morgens nur drauf warten, dass endlich der Tag beginnt, damit Sie aus dem Bett springen können und mit Hingabe, Freude, Inspiration an diesem Ziel arbeiten können? Dann ist es ein positives Ziel.
ODER ….müssen Sie mit sich kämpfen, ringen, sich selbst ermahnen, sich disziplinieren – verurteilen und beurteilen Sie sich häufig, weil Sie es nicht gut genug machen, dann ist kein Ziel, sondern ein „Nichtwollen“.
Ziele, die uns weiterbringen, führen nicht zu einem Krieg mit uns selbst, sondern geben uns Kraft!
Es entsteht ein Raum, in dem wir begeistert und mit Hingabe unsere Ideen vertiefen. Und es entstehen Begegnungen (“Zufälle”), die uns auf unserem Weg bestärken.
Ich wünsche Ihnen Begeisterung für sich selbst und Ihre Ziele.

