Archiv für die Kategorie „Selbstcoaching“

handeln

Samstag, 10. Dezember 2011

Wenn Sie heute ein Problem lösen könnten, welches wäre es dann?”

Patienten und Klienten kommen normalerweise zu mir mit einem riesigen Packen an Problemen und Geschichten. Wo anfangen? Wo aufhören? „Nicht der Arzt heilt den Patienten, sondern der Patient heilt sich selbst. Der Arzt hält ihn lediglich so lange beschäftigt, bis er sich selbst heilt.“ Das sagte der große Menschenliebhaber Albert Schweizer. Und genau dieser Gedanke beantwortet mir als Therapeutin auch die Fragen – wo anfangen – wo aufhören.

Wo wir mit einer Therapie beginnen, das ist ja nicht meine Entscheidung, sondern die Entscheidung des Patienten; denn nur er selbst weiß bereits, welches Thema so weit an der Oberfläche des Unterbewussten liegt, dass es vom Bewussten aufgegriffen und betrachtet werden kann. So gibt es zwei Startfragen in jeder Therapie, in jedem Coaching für mich.
Die erste ist die: wenn Sie HEUTE – hier – jetzt ein Problem lösen könnten, welche wäre es dann?
Die zweite ist die: Woran erkennen Sie heute Nachmittag, morgen früh, dass Sie Ihr Problem gelöst haben? Was hat sich KONKRET verändert?

Die Arbeit an diesen Fragen führen Patienten und Therapeuten sicher aus dem Dschungel der vielen ungelösten Probleme, aus den Schlingpflanzen der alten Geschichten, die irgendwann einmal passiert sind im Leben und Verletzungen und Ängste zurückgelassen haben. Die Arbeit an diesen Fragen führt sicher ins JETZT und das ist der einzige Ort und der einzige Zeitraum, an dem wir handeln können. Genau jetzt – gerade jetzt und hier.

Das Handeln – nur das  Handeln – ist der große Heiler.
Anders handeln, als wir bisher gehandelt haben.

Das geht nur in ganz kleinen Schritten. Ich kann nicht mein ganzes Leben auf einmal aus den Angeln heben. Aber ich kann beginnen, achtsamer, aufmerksamer mit mir umzugehen. Und das kann ich nur im Handeln. Nur achtsamer, aufmerksamer zu denken, hilft mir nicht weiter und es hilft auch Ihnen nicht weiter.

Eine kleine Geschichte. Ich war vor einiger Zeit bei meiner ältesten Tochter zu Besuch. Sie hat einen sehr schönen Haushalt und kocht so, dass ich mich damit wohlfühle. Da ich aber bereits seit einer Woche in Hotels unterwegs gewesen war und immer nur in Restaurants gegessen hatte, hatte ich das Bedürfnis nach einem bestimmten einfachen Nahrungsmittel: Hefeextrakt auf Reiscracker. Beides hatte ich mir besorgt und freute mich auf eine nette kleine Küche bei meiner Tochter, mit einem Messer und einem Brettchen. In der Ankunftsfreude hatte ich meinen Einkauf im Auto vergessen. Nun saßen wir am Tisch und Katrin hatte wundervoll gekocht … und in mir sagte das alte Muster: „Ach, Susann, das sieht doch auch lecker aus. Den Reiscräcker mit Hefeextrakt kannst Du ja morgen noch essen.“ … tralalalalala … kennen Sie das auch? Sie haben ein Bedürfnis und in Ihnen sagt etwas: “Ach, ignorier das mal, das kannst Du ja imme rnoch machen – später – irgendwann….”
– ich sagte mir selbst laut. „NEIN! Genau das habe ich jetzt eine Woche lang gemacht, an gedeckten Tischen das gegessen, was lecker drauf steht und genau das hat mich dahin gebracht, wo ich heute stehe: keinen Appetit mehr, müde, abgearbeitet – JETZT ist Schluss! Ich gehe JETZT die drei Stockwerke runter zu meinem Auto. Ich hole JETZT meine Reiscräcker und meinen Hefeextrakt und gehe die drei Stockwerke wieder hinauf.“ Und genau das tat ich dann auch.

Und da meine Tochter sich bei mir schon beinahe über nichts mehr wundert, saß sie nur grinsend am Tisch und überließ mich meiner Übung „JETZT – anders zu handeln“. Wenn ich im JETZT nicht anders handle, als ich es immer getan habe, dann wird sich im „Morgen“ nichts ändern! Wie sollte es?

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit, die überfrachtet ist von alten Traditionen, von dem, was man immer schon so gemacht hat, lohnt es sich, ein zweites Mal hinzusehen und zu schauen: tut mir das gut? Möchte ich das so? Wenn ich jetzt und heute eines meiner vielen Probleme lösen könnte, welches wäre es JETZT konkret?

Ich wünsche Ihnen ein fröhliches, mutiges TUN und einen schönen 3. Advent.

 

Ziele

Montag, 14. November 2011

“Es ist besser, eine gute Idee zu vervollkommnen statt ständig anderen, neuen Ideen nachzujagen.” ~Henry Ford

Ich habe eine Wette gewonnen. Und damit habe ich ein Buch gewonnen. Die Autobiographie von Henry Ford, die eigentlich eingestampft wurde wegen Henry Fords massiv antisemitischer Äußerungen in seinen anderen Büchern. Dieses Buch wurde nun vom Deltus Verlag neu aufgelegt und  ist ein Kind seiner Zeit (1920), ebenso wie Henry Ford ein Kind einer Zeit war und es ist für mich sehr interessant, eine solche Zeitreise zu machen, und dabei zu sehen, was sich in 100 Jahren geändert hat und was sich in 100 Jahren eben NICHT geändert hat.

Henry Ford begann als Schuljunge, Uhren auseinander zu schrauben und wieder zusammen zu bauen, bis er sie sicher reparieren konnte. Damit verdiente er sich beim Juwelier im Ort sein erstes Taschengeld. Er war schon als Jugendlicher besessen von der Idee eine „Maschine“ zu bauen, die den Bauern bei der schweren Landarbeit half. Diese  „Maschine“ entwickelte sich langsam von der Dampfmaschine zu einem Zweitakter zu einem Viertakter zu einem Auto, alles von einem Mann ersonnen, erprobt, zusammengebastelt bis dann 1921 dieses Auto 5 Millionen Mal gebaut und verkauft worden war!

Henry Ford hatte nicht nur ein Auto gebaut, er hatte in den vielen Stunden des Denkens, Schraubens, Ausprobierens, Scheiterns und neu Nachdenkens, auch darüber nachgedacht, wie es eigentlich nach dem Verkauf/Kauf eines solchen Autos weitergehen sollte. Henry Ford fand, dass der Verkauf/Kauf eines solchen Autos der Beginn einer Beziehung zwischen Autohersteller und Kunde sei und nicht deren Ende! Er war der erste, der die USA flächendeckend mit Werkstätten überzog, um jedem seiner Kunden eine schnelle, kompetente Reparatur des Autos zu ermöglichen, mit Original Ford Ersatzteilen.

Henry Ford war ein Mensch, der weiter dachte, der immer auch an die Konsequenzen dachte, die der Schritt, den er gehen wollte, mit sich brachte, der darüber nachdachte, wie er dann mit diesen Konsequenzen umzugehen gedachte.

Wenn ich A erreiche, wie sieht dann B aus und was muss ich an A ändern, wenn ich möchte, dass B anders aussieht? So führte der Gedanke Fords, dass der Kauf eine Autos der Beginn einer Beziehung zwischen Autohersteller und Käufer ist dazu, dass er ein Auto baute, an dem Ersatzteile auswechseln konnte.

Wenn ich solche Biographien lese, dann muss ich auch an Warren Buffet, Mutter Theresa, aber auch an große Gestalten aus der Geschichte denken Elisabeth I. von England oder den Sire de Coucy zum Beispiel, deren Lebensgeschichten ich gelesen habe und dann sehe ich ein verbindendes Band zwischen diesen „erfolgreichen“ Menschen durch alle Jahrhunderte hinweg:

1. Sie haben an das, was sie taten geglaubt und
2. sie haben immer schon 3 Schritte weiter gedacht, d.h. sie haben das, was sie taten auch aktiv langfristig gestaltet.

Viele von uns hätten alles gerne „schnell“. Jetzt gleich und sofort. Und dann? Tja, für das „dann“ gibt es häufig keinen weiteren Plan.  Und die meisten von uns wissen vor allem, was sie NICHT haben wollen! „Ich will jetzt ganz schnell mein Problem nicht mehr haben.“
Nur bitte, wie lebst Du dann MIT dem Nicht-Problem?
Was willst Du stattdessen haben?

Wenn ich mein eigenes Leben ansehe und Revue passieren lasse, dann bin ich immer dort gescheitert, wo ich etwas 1. schnell wollte und mein vermeintliches Ziel 2. darüber definiert hatte, was ich NICHT wollte.

Dort, wo ich für mich selbst und mein Vorhaben ein klares positives Ziel hatte und auch über dessen Konsequenzen bereits nachgedacht hatte, dort ist es mir immer gelungen, ja beinahe in den Schoß gefallen, erfolgreich zu sein.

Bitte schauen Sie doch einmal genau hin, ob Ihre positive Zielformulierung nicht ein verstecktes „Nichtwollen“ ist. Wie erkennen Sie das? Ziemlich einfach:
Begeistert Sie Ihr Ziel so, dass Sie morgens nur drauf warten, dass endlich der Tag beginnt, damit Sie aus dem Bett springen können und mit Hingabe, Freude, Inspiration an diesem Ziel arbeiten können? Dann ist es ein positives Ziel.

ODER ….müssen Sie mit sich kämpfen, ringen, sich selbst ermahnen, sich disziplinieren – verurteilen und beurteilen Sie sich häufig, weil Sie es nicht gut genug machen, dann ist kein Ziel, sondern ein „Nichtwollen“.

Ziele, die uns weiterbringen, führen nicht zu einem Krieg mit uns selbst, sondern geben uns Kraft!

Es entsteht ein Raum, in dem wir begeistert und mit Hingabe unsere Ideen vertiefen. Und es entstehen Begegnungen (“Zufälle”), die uns auf unserem Weg bestärken.

Ich wünsche Ihnen Begeisterung für sich selbst und Ihre Ziele.

Erfolg

Montag, 24. Oktober 2011

“Lehrt Eure Schüler nicht, Schiffe zu bauen, lehrt sie die Sehnsucht nach dem offenen Meer.” Saint-Exupéry

Was sagt dieser Gedanke aus?
Mich bewegt er sehr, vor allem in der Begegnung mit meinen Klienten.

Ich beginne mal von einer anderen Seite. Jeder von uns kennt begabte Menschen z.B. Handwerker oder Künstler, die nicht so bekannt und berühmt sind, wie sie es eigentlich “verdienen” würden. Jeder von uns kennt dann auch wiederum weniger begabte Menschen, die es irgendwie zu einer Bekanntheit und Berühmtheit gebracht haben. Und irgendwo schleicht sich ein Gefühl ein von “die Welt ist ungerecht” oder “es ist nicht zu verstehen” oder ähnliches.

Nur wenn ich mir die einzelnen Szenarien genau betrachte, dort, wo ich die Möglichkeit habe, also vor allem und besonders bei meinen eigenen Klienten und bei mir selbst, da entdecke ich, dass der Erfolg in den seltensten Fällen an die Begabung gekoppelt ist. Der Erfolg eines Menschen scheint an seine persönliche Sehnsucht, an seine Vision gekoppelt zu sein. Die Psychotherapie nennt das auch das “gestaltende Ich” und ich empfinde diesen Begriff als zutiefst zutreffend.

Wonach habe ich Sehnsucht und wie gestalte ich den Weg dorthin?
Wieviel leichter würde es mir von der Hand gehen die Kunst des Schiffbaus zu lernen – um bei dem Gedanken Saint-Exupéry zu bleiben – wenn ich als treibende Kraft, als “gestaltendes Ich” die tiefe Sehnsucht hätte auf’s offene Meer hinauszusegeln? Wie begeistert würde ich mir ein Schiff bauen, wenn ich vom offenen Meer begeistert wäre!?

Unsere innere Sehnsucht zeigt sich vielschichtig, ist jedoch aus meiner Wahrnehmung am ehesten dort zu greifen, wo wir Begeisterung empfinden. Und ich denke, irgendwie haben wir das alle in der Schule schon erlebt: Da gab es Fächer (oder auch Lehrer!), die uns begeisterten und es gab Fächer (oder auch Lehrer!), vor denen es uns gruselte, wo es eine Qual war, im Unterricht still zu sitzen und später Zuhause auch noch Hasuaufgaben zu erledigen.  Und in vielen Fällen hat diese schulische Begeisterung dann dazu begeitragen, dass aus dem geliebten Fach ein Beruf wurde.

Was begeistert Sie? Heute? Hier? Jetzt?

Menschen, die erfolgreich im Leben sind, stellen sich diese Frage immer wieder neu, egal wie alt sie sind. Und es ist gut möglich, dass sich die eigene Begeisterung verändert im Laufe des Lebens.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie der Sehnsucht Ihres Herzens folgen und sich immer wieder neu begeistern lassen, um Ihr Leben erfolgreich und kraftvoll selbst zu gestalten.

 

 

Zeit? – Zeit!

Samstag, 15. Oktober 2011

Einige Menschen, die mich anrufen, machen schon am Telefon einen eiligen Eindruck. 1 ½ Std. für eine Erstberatung mit Aufnahme der Krankheitsgeschichte scheint zuviel Zeit. Am liebsten soll ein Thema, das sich über Jahre entwickelt hat, in dieser ersten Stunde gelöst werden und „vom Tisch sein“. Es sei einfach eine nackte Tatsache: er/sie hat keine Zeit. Er/sie hetzt von Termin zu Termin und steht unter großem Druck. Zeit für sich selbst freizuschaufeln sei unmöglich – er/sie würde den Job riskieren.

In Berlin hat die TK eine Umfrage gemacht und dabei festgestellt, dass in den letzten Jahren psychische Krankheiten, die dadurch entstehen, dass ein zu hohes Lebenstempo wahrgenommen wird, um 38% zugenommen haben. Parallel dazu hat die Lebenszufriedenheit abgenommen.

Und dann denke ich zurück in der Geschichte der Menschheit und sehe mich in meiner Umgebung hier im Wendland um und sehe, dass der Mensch ursprünglich den Sinn seines Lebens darin sah, den Boden zu beackern, um Nahrung für sich selbst zu gewinnen. D.h. Arbeit, Nahrung und Leben bedingten einander. Aus der Arbeit mit den eigenen Händen im Boden erwuchs die Nahrung, die den Arbeitenden am Leben hielt. Alles unterlag dem Rhythmus, den die Natur vorgab. Wer sich nicht die Zeit nahm, etwas zu säen, hatte nichts zu essen. Wer sich nicht die Zeit nahm, die Feldfrüchte sorgsam zu ernten und zu bevorraten, auch der hatte im Winter, in der erntefreien Zeit, nichts zu essen.

Auch in in unserem heutigen Leben gibt es Zeiten des Säens, Zeiten des Reifens, Zeiten der Ernte und Zeiten, in den der Mensch von den Vorräten leben muss. Seelische Energie, geistige Energien unterliegt genauso wie körperliche Energie diesen Zeiten, diesen natürlichen Bewegungen.

Wie geht es Ihnen in einem Leben, in dem Sie sich nicht die Zeit lassen, bewusst zu säen, bewusst zu ernten und eine Zeit lang bewusst auch von den Vorräten leben zu können?

Meinen Klienten hilft es, sich bewusst zu werden: Womit verbringen Sie wie viel Zeit?
Allein das bewusste Innehalten, das bewusste Hinsehen führt zu einer neuen Qualität:
Was habe ich heute mit meiner Zeit getan?
Wo und wie habe ich meine Zeit und meine Kraft eingesetzt?

Der Herbst ist eine gute Jahreszeit, um innezuhalten und genau hinzusehen.

wie!

Samstag, 8. Oktober 2011

Dass ich sterblich bin, das ist das stärkste Werkzeug für mich, große Entscheidungen in meinem Leben zu treffen. Fast alles fällt von mir ab, wenn ich den Tod gewärtige. Es gibt keinen Grund, niemals, nicht Deinem Herzen zu folgen.  ~Steve Jobs

Auch ohne ein Apple-fan zu sein, berührt mich der Tod von diesem mutigen, visionären Mann tief. Steve Jobs lebte energisch, konsequent, greifbar, sichtbar, fühlbar genau das, wovon wir alle wissen, dass wir es auch so tun könnten. Nur tun wir es (meistens) nicht!

Nein, ich meine damit nicht, Milliarden zu verdienen, die waren ihm selbst auch nicht so wichtig. Ich meine damit:

  • das eigene Leben bewusst aus dem und mit dem zu gestalten, was unsere Realität uns an Spielmöglichkeiten anbietet
  • in allem, was geschieht, ein Aufforderung zu sehen, weiter zu wachsen, bewusster zu werden, genauer hinzusehen
  • das Leben als solches genauso wie das Sterben zu umarmen, ohne es zu bewerten, zu vermeiden, zu verdrängen
  • und letztendlich voller Sinn und Erfüllung die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu verwirklichen = sie Wirklichkeit werden zu lassen.

Das alles ist für mich Lebensqualität!
Wir haben die Wahl, unserer Lebenszeit Qualität zu geben. Es ist eine Entscheidung, die ich jeden Moment neu treffen kann, treffen darf und treffen muss. Sich “nicht-zu-entscheiden” ist keine Wahl, denn auch jede “Nicht-Entscheidung” ist eine Entscheidung!

Ich wünsche Ihnen allen, Mut zu sich selbst, ein großes JA zu dem, was gerade in Ihrem Leben Realität ist und das Bewusstsein, dass Sie es sind, die entscheiden, wie Sie diese – Ihre – Realität weiter gestalten wollen.

Am Ende ist es nicht wichtig, was wir gelebt haben, es ist nur wichtig wie wir gelebt haben. Vor allem für uns selbst.

wohin?

Freitag, 30. September 2011

Fast jeder Mensch, der etwas Unangenehmes erfährt, erlebt drei mögliche Erstreaktionen: 1. er flüchtet – 2. er kämpft – 3. er stellt sich tot. So hat die Menschheit über Jahrhunderttausende überlebt. Unsere heutige Welt ist etwas komplexer geworden. Wir befinden uns häufig in unklaren Situationen. Da ist nicht der Säbelzahntiger und ein „entweder-ich-töte-ihn-oder-er-tötet-mich“ – Szenario. Also eine relativ klare Sache. Sondern da ist eine komplexe Arbeitsbelastung, ein fordernder Chef, eine unglückliche Beziehung, Schulprobleme der Kinder, keine Zeit für ruhige Mahlzeiten, keine Zeit für ausreichende Bewegung usw.. Die Liste ist endlos und alles, was Sie persönlich als „anstrengend“, „stressig“, „enttäuschend“, „frustrierend“ empfinden, gehört genau auf diese Liste.

So ist es dann nicht erstaunlich, dass jeder Mensch, der mich anruft, um einen Termin zu vereinbaren, sehr genau weiß, was er oder sie NICHT mehr haben will. Wir alle wissen genau, wovon wir „weg“ wollen. Von den zuvielen Kilos auf den Hüften, von den Schlafstörungen, von der Angst, aber auch von der Krankheit, von dem Mobbing, von dem Geldmangel, von der Unordnung und vielem mehr. Und dass Sie wissen, wovon Sie wegwollen, das ist auch gut so; denn ein alter Coaching-Slogan lautet: „Um ein Ziel zu haben, musst Du erst einmal einen Standpunkt haben.“

„Von etwas weg zu wollen“ ist jedoch auf Dauer wenig ergiebig und zudem eine anstrengende, verunsichernde Übung, die zudem in eine sehr verspannte Haltung führt (Sie können das gerne einmal mir der kleinen Übung weiter unten probieren). Und genauso ist es dann auch im Coaching oder in der Therapie. Beschäftigen wir uns ausgiebigst mit dem, von dem Sie wegwollen, ist das eine anstrengende Arbeit, die auch zu weiteren seelischen Verspannungen führt.

Also lautet die nächste Frage: „Wo wollen Sie hin?“
Wie soll Ihr Leben, Ihr Alltag, die nächste Minute aussehen?
Wie würde Ihr Alltag aussehen, wenn Sie das Problem, das Sie heute so stresst nicht mehr hätten?

Coaching bedeutet, mit dem Coach gemeinsam, diese Vision, wie Ihr Leben aussehenwürde, wenn Sie nicht mehr diesen Stress hätten, diese Übergewicht-Kilos hätten etc.  so realistisch zu entwickeln, dass Sie sie dann auch in die Tat umsetzen können – und zwar mit Leichtigkeit!

Gutes Coaching führt spontan und mit Leichtigkeit zum TUN.

 

eine kleine Übung für Sie:

Stellen Sie sich einfach irgendwo hin, wo Sie 5 Minuten ungestört sind – schauen Sie gerade aus und dann bleiben Sie genauso stehen. Nun wenden Sie nur Ihren Kopf und Ihren Blick nach hinten. Füsse, Knie, Bauch, Schultern bleiben nach vorne ausgerichtet.

Und Jetzt bleiben Sie bitte genau in dieser Haltung > Körper nach vorne, Füsse nach vorne, Blick nach hinten< und versuchen Sie bitte so ein paar Schritte zu laufen.

Was passiert?

 

Bei mir und allen meinen Klienten passiert Folgendes:

Sie laufen unsicher. Sie halten immer wieder inne. Sie verspannen sich. Und der Kopf dreht sich dann doch automatisch nach vorne, um zu sehen, dass Sie nicht stolpern.

Das ist genau das Szenario, wenn Sie “nur” wissen, wovon Sie wegwollen, aber noch nicht wissen wo Sie hinwollen!

Ich wünsche Ihnen kraftvolle UND realistische Visionen!

 

lichterloh

Sonntag, 18. September 2011

Es gibt viele Variationen des Gedanken „Nur wenn Du selber für etwas brennst, kannst Du andere auch anzünden“.
In meinem Seminaren „raus aus der Selbstbegrenzung“ zeigt sich immer wieder und ich möchte sagen, bei JEDEM Teilnehmer/JEDER Teilnehmerin, dass JEDER MENSCH in sich die FÄHIGKEIT ZUR BEGEISTERUNG trägt.  Es gibt so vieles, was mich und meine Teilnehmer begeistert und jeder hat seine persönlichen Beigeisterungs-Favoriten eine tolle Idee, ein gutes Fußballspiel, ein Nachmittag am Kamin, ein leckeres, liebevoll gekochtes Menu, wundervoll gereimte Gedichte, mit dem eigenen Klavier Zeit der Muße und der Ruhe in den Welten der Musik verbringen usw.

Mich begeistert dann immer die große Fülle, die sich in meiner Praxis entfaltet, wenn alle diese persönlichen Begeisterungen aufgeblättert werden, miteinander in Schwingung gehen und wir eine sehr, sehr gute Zeit miteinander und mit dem, was uns begeistert verbringen.

 

Tja und dann kommt die große Frage. „Warum hat diese Fülle sowenig Platz in unserem Alltag?“ Es scheint einen eingebauten Automatismus zu geben, der das, was uns begeistert sofort zensiert, erstmal in den Keller schafft, die Tür abschließt und einen Wächter vor die Tür stellt: den Selbstbegrenzer. Und wir geben uns damit zufrieden, ein Leben zu führen, das weit unter unseren Begabungen und Fähigkeiten, unseren Möglichkeiten bleibt. Ein Leben, das uns vielleicht unserer Lebensaufgabe entzieht und so in der Alltagsroutine vor sich hindümpelt.

Ich denke, es ist not-wendig (Not wendend), die eigene Begeisterungsflamme sehr achtsam und sorgsam zu hüten, sie aus ihrem Kellerverließ zu befreien und ihr mehr Brennstoff zur Verfügung zu stellen. Nur so können wir lichterloh brennend die eigenen Begabungen und Fähigkeiten in der Fülle ver-wirk-lichen = Wirklichkeit werden zu lassen.

 

Marianne Williamson schrieb dazu:

Unsere tiefste Angst ist nicht,  dass wir unzureichend sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir über die Maßen machtvoll sind.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten ängstigt.
Wir fragen uns, wer bin ich, brillant zu sein, großartig, talentiert und sagenhaft?

Aber tatsächlich, wer bist Du, es NICHT zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Dein Kochen auf kleiner Flamme dient der Welt nicht.

Es liegt nichts Erleuchtetes darin, sich kleiner zu machen, damit andere Menschen sich in Deiner Nähe nicht unsicher fühlen.
Wir sind geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren, die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns, sie ist in ALLEN!

Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, das gleiche zu tun.

Indem wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben, befreit unsere Gegenwart automatisch andere!

HEUTE ist ein guter Tag, um die Begeisterung für sich selbst neu aufzufinden!

Tun

Freitag, 2. September 2011

Wir leben heute in einer Zeit in der wir im wahrsten Sinne des Wortes “zugetextet” sind. Wir haben für alles Worte, ganze Texte, ganze Romane. Wir verbringen sehr viel Zeit mit Nachdenken, mit „Darüber-Reden“, mit Bergen von Worten, die wir untereinander austauschen und/oder Zuhören, Zusehen (TV, Radio, Vorträge etc.) und doch sind wir trotz aller Erkenntnisse und aller “Texte” nicht glücklicher, gesünder, dynamischer als Menschen, die mit weniger “Text” leben.

Der Schlüssel für ein erfülltes und glückliches Leben liegt für mich sicherlich zum einen darin, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, die eigenen Möglichkeiten zu erkennen, mit sich selbst einfach gut unterwegs zu sein.  Zum anderen muss dieser Schlüssel dann auch ein Schloß finden UND in diesem Schloss gedreht werde. d.h.  Glücklichsein liegt auch im TUN.

… der Schlüssel muss im Schloß der Realität gedreht werden, damit die Tür aufspringt und der Weg frei wird in einen neuen Lebensraum.
“Das Schloss der Realität”. Das ist das, was Tag für Tag passiert. Es liegt direkt vor unseren Füssen. Es begegnet uns direkt und schaut uns in die Augen. Immer nur im JETZT können wir leben und handeln.

Den Schlüssel im Schloß zu drehen erfordert ein aktives TUN.  JETZT.


vertrauensvoll hindurch

Freitag, 29. Juli 2011

 

Ich habe so eine gewissen „Loslassen-Allergie“ entwickelt.
Seit Jahren wird zunehmend zum „Loslassen“ geraten.
Für alles und jedes scheint das ultimative Rezept zu sein: „Laß doch mal los.“

Abgesehen davon, dass ein Mensch nur das loslassen kann, was er mal bewusst festgehalten hat, und Loslassen häufig auch mit „Fallenlassen“, Loswerden“, “garnicht erst in die Hand nehmen” verwechselt wird, geht es in den meisten Fällen nicht um das Loslassen. Byron Katie sagte: “Du kannst nichts loslassen! Du kannst Deine Gedanken überprüfen und dann lassen sie Dich los.” So herum geht es dann – wir werden losgelassen!

Dennoch gibt es da noch eine ganz andere Dimension.
Ich habe viele Jahre lang sterbende Menschen begleitet und eine sehr alte Dame erzählte mir eine wundervolle Geschichte aus ihrer Kindheit: Sie war in Ostpreußen geboren auf einem großen Bauernhof. Die Wasserversorgung des Bauernhofes geschah durch einen Brunnen. Einmal im Jahr musste dieser Brunnen gereinigt werden und dazu wurde immer das jüngste Kind der Familie in einem Eimer hinuntergelassen in den Brunnen. Da war es dunkel. Da war es eng und es war nass. Die Kinder waren klein; denn sie mussten ja in diesen Eimer reinpassen. Und dann hatten sie die Aufgabe, nachdem die Erwachsenen vorher, den Brunnen so leer wie möglich geschöpft hatten, dort unten das restliche Wasser in den Eimer zu schöpfen. Ganz alleine. Licht kam nur durch die über ihnen liegende Brunnenöffnung. Der Eimer wurde voll hinaufgezogen – würde er wieder runterkommen?
Das ganze Vertrauen war gefragt, um dort unten in diesem Brunnen alleine zurückzubleiben und auf den zurückkehrenden Eimer zu warten.
Irgendwann war nur noch der Grund trockenzulegen, der aus hellem Sand bestand. „Und wissen Sie,“ sagte die alte Dame, meine Hand streichelnd, „ das war immer der schönste Augenblick, da auf dem hellen Sand zu hocken, das letzte Wasser mit einer alten Kaffeetasse wegzuschöpfen und dann zu sehen, wie durch den Sand neues, klares Wasser quoll. Diese Erfahrung hat mich durch zwei Weltkriege und mein ganzes Leben getragen.“

Mich selbst hat diese Geschichte seit ich sie von meiner Patientin gehört habe, auch durch mein Leben getragen. Ich erkenne in dieser Geschichte, dass es nicht um „Loslassen“ geht, sondern darum durch die Einsamkeit, die Dunkelheit vertrauensvoll hindurch zu gehen, um dann zu erleben wie das Neue sich Raum nimmt.

ES geschieht – wie das Tao lehrt 
… was auch immer in meinem Leben gerade JETZT dran ist zu geschehen.

Ich wünsche Ihnen bewusstes Vertrauen – gerade auch dann, wenn es dunkel und eng ist in Ihrem Leben.

Angst

Samstag, 16. Juli 2011

In meiner Praxis sammeln sich gerade viele Menschen mit Angst und Ängsten.

Es ist 15 Jahre her, da war ich selbst für mehrere Jahre davon betroffen - von nächtlichen Panikattacken, täglichen großen und kleinen Ängsten. Ich lebte damals ein Leben, das immer enger wurde und in dem ich mit immer mehr Ängsten zu ringen hatte. Positives Denken half nicht. Die Ängste schienen viel mächtiger als ich.

Irgendwann war ich so “am Ende”, dass mir nichts anderes übrigbleiben, als die Angstwellen auszuhalten – ihnen zu begegnen – sie anzusehen und ich erkannte in diesem Ausgeliefertsein nach und nach, wie meine Ängste funktionierten.

1. Ich erkannte, dass ich selbst meine Ängste erschuf, in dem ich meine Einmaligkeit verglich. Das beständige Bewerten, Beurteilen, Vergleichen meiner selbst mit anderen Menschen, war ein großer Baustein für mein Haus der Angst.

2. Ich erkannte, dass ich bewertete, verglich, beurteilte, um zu beweisen, dass ich einer von mir selbst gelegten Meßlatte gerecht werden könnte – was mich dann wieder beruhigen sollte. Nur leider war mein innerer Kritiker so ungemein ausgefuchst, dass es mir selten gelang, diese – meine – Meßlatte wirklich zu überspringen. Ziele erreichen zu wollen, die nicht meine Ziele waren, war ein zweiter großer Baustein meiner Angstattacken.

3. Ich erkannte, dass anscheinend wir alle von Kleinauf so konditioniert sind, dass wir versuchen, jemand zu sein, der wir nicht sind. Das, was unsere Eltern uns als Liebe geben, ist nur bedingt Liebe; denn ganz häufig ist die elterliche Liebe an Bedingungen, an Ansprüche geknüpft, denen wir als Kinder versuchen,  gerecht zu werden. Und dann spüren wir in uns etwas anderes, etwas, was diesen Ansprüchen nicht gerecht werden kann, nicht gerecht werden will und wir verdrängen diesen Impuls in uns, weil wir von unseren Eltern, die etwas anders von uns verlangen, geliebt werden wollen. Und genau an diesem Punkt hören wir auch auf, uns selbst zu lieben. Das, was wir sind, der Impuls in uns, wird von uns selbst zurückgedrängt . Mich selbst für nicht ausreichend, nicht gut genug zu halten, mich in meinem einmaligen “Sosein” nicht lieben zu können, war ein dritter großer Baustein für mein Haus der Angst.

4. ich erkannte, dass ich selbst viele meiner Urteile erschaffen hatte, in dem ich mich den Urteilen anderer Menschen über mich kritiklos anschloß. Kritik gegen mich und Kritiklosigkeit gegenüber allen anderen war der vierte Baustein.

5. und ich erkannte, dass dies alles geschehen konnte, weil ich meine Orientierung nach außen gerichtet hatte – nur nach außen. Andere Menschen sollten mir Orientierung geben, andere wußten wie dieses Leben funktioniert, andere konnten mir den Weg weisen. Keine Minute verbrachte ich damit, meine Orientierung nach innen zu nehmen und in mir selbst nach Orientierung, Weg und Weisung zu suchen. Und diese innere Orientierungslosigkeit konnte ich fühlen. So war der fünfte Baustein, für mich der erste Stein, den ich abtrug und damit eine erste Bresche in die Wand des Angsthauses schlug. 

Mir wurde bewusst, dass die Zeit gekommen war, in mich zu gehen.
Innehalten.
Wertfrei mich selbst lieben – so wie ich bin – genauso bin ich gut.
ICH BIN ICH.

Seit meiner eigenen Heilung habe ich viele Menschen begleitet, auch Menschen, die schon seit Jahren Psychopharmaka nahmen, um ihre Ängste zu bekämpfen und ich bin mit ihnen diese 5 Schritte gegangen. Schritte der Selbst-Erkenntnis. Schritte aus der Enge, aus der Angst hinaus. Schritte in ein selbstbestimmtes Leben:

Lebens-Schritte