Leben innerhalb der eigenen Kraft

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„Ein Schuft ist, wer mehr gibt, als er hat.“ Dieser Spruch wird einem der Männer um Graf Stauffenberg zugeschrieben. Wir leben in einem gesellschaftlichen Selbstverständnis, das alles in irgendeiner Form „machbar“ erscheinen läßt. Erfolg, Geld, Fett – kann man absaugen, Alterserscheinungen – reparieren usw. Man muss “es” nur wollen, dann kann “man” “es” auch erreichen.

Nicht nur in meiner Praxis, sondern auch bei den lieben Kollegen sammeln sich jedoch die Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen an dieser Machbarkeit keine Teilhabe mehr haben. Menschen, die sich verausgabt haben, ja, leer gebrannt haben. Um aus dieser Lage heraus zu kommen ist es häufig nötig, das eigene Leben sehr drastisch zu verändern. Es kommt zu schmerzlichen Einschnitten, Dinge sein zu lassen, die bisher Teil des eigenen Selbstverständnisses waren. Das sind mitunter sehr lange Prozesse bis der Punkt erreicht ist, wo man zu sich selbst umkehren kann. Diese Umkehr ist der Punkt, wo ein Mensch sich selbst, seine Fähigkeiten, seine Kraft wieder eindeutig fühlen kann und wertschätzen kann. Es ist der Punkt, wo ein Mensch auch mal “Nein” sagen kann. Der Punkt, wo er beginnt, sich selbst mehr zu vertrauen, als dem, was man tut.

Dort, wo wir im Leben Leidensdruck haben, lohnt es sich, sich die Frage zu stellen: „Lebe ich innerhalb meiner eigenen Kräfte oder gehe ich hier über meine Grenzen –> verausgabe ich mich?“

Und es lohnt sich auch, sich immer wieder zu fragen:”Nehme ich wahr, was mir gut tut? Und vertraue ich meiner Wahrnehmung?”

 

Beziehungen

Categories: Coach Dich selbst
Published on: 25. März 2013
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Viele Menschen leiden an oder unter ihren Beziehungen zu anderen Menschen. Und da ich einiges von diesem Leid in meiner Praxis sehe, glaube ich, erkennen zu können, dass ein wichtiger Grund für dieses Leiden darin liegt, dass von „der Beziehung“ erwartet wird, dass sie bleiben soll, wie sie ist, wie sie früher war, als alles rosarot und wunderschön war.

Heraklit wird der Gedanke nachgesagt, dass man niemals zweimal in denselben Fluss steigt. Was bedeutet das: Sie steigen nicht zweimal in denselben Fluss?
Es bedeutet: genau das Wasser, in dem Sie in diesem Augenblick stehen ist  - jetzt – im nächsten Augenblich – schon weiter geflossen. Jetzt stehen Sie schon wieder in anderem Wasser und wenn Sie morgen wieder in diesen Fluss steigen, stehen Sie wieder in ganz anderem Wasser. Sie atmen auch nicht zweimal denselben Atemzug. Unmöglich. Selbst Ihre Zellen sind nicht dieselben. Pro Minute erneuern sich 500.000 Zellen in Ihrem Körper und alle xx Jahre sind Sie einmal komplett ausgetauscht. Ja – Sie!
Haben Sie heute noch die Haarfarbe, die Haarmenge, die Figur, die Haut wie vor 10 Jahren?

Und da stehen wir dann und erwarten Sicherheit, Stabilität, Planbarkeit nicht nur von uns selbst, sondern auch von anderen und ganz besonders von dem einen Menschen, mit dem wir geplant haben, unser Leben gemeinsam zu verbringen. Dieser Anspruch ist „wider die Natur“, wie Wilhelm Busch es nennen würde.
Leider merken sehr viele Paare das nicht. Und dann beginnt der Machtkampf. Der eine hat einen Anspruch, der andere hat einen Anspruch. Jeder denkt, dass sein/ihr Anspruch gerechtfertigt ist. Die Gedanken kreisen nur noch um den anderen: „Warum kann er denn nicht einfach nur die Küche aufräumen. Er weiß doch, wie nötig ich Ordnung brauche. Und früher hat er das doch auch immer gemacht. Ist das denn zu viel verlangt. Früher ging das doch!“

Der Denker/die Denkerin dieser Gedanken hat leider vergessen selbst einmal in den Spiegel zu sehen, auch er/sie ist nicht mehr „wie früher“: da sind die Haare weiß geworden, da ist die Härte des eigenen Lebens oder die Trauer, die Freude oder der Alkohol, das Landleben oder das Stadtleben im wahrsten Sinne des Wortes mittlerweile ins eigene Gesicht geschrieben. Wie sagte ein Klient so schön – und er lachte dabei: „Wissen Sie, es ist ja schlimm genug, dass ich es nicht mehr schaffe 3x am Tag Sex zu haben, aber jetzt brauche ich auch noch ein Hörgerät!“
Er hat sich verändert. Er merkt das. Und das alleine reicht aus, damit sich JEDE Beziehung FÜR IHN verändert, aus SEINER Wahrnehmung heraus; denn ER hat sich verändert. Die Quantenphysik kann nachweisen: JEDE Realität wird erst durch den Beobachter erschaffen und jede Realtiät wird demensprechend auch allein durch den Beobachter verändert.

Bis hierher ist es schon reichlich komplex und manches ist schwer zu verdauen, nämlich, dass jeder von uns sich in jeder Minute schon wieder verändert hat, ob er will oder nicht.

Und nun wird es komplexer: Nun erwarte ich, die ich mich ja beständig verändere, dass bitte mein Partner genau der bleiben soll, der er war, als ich mich damals in ihn verliebt habe. Damals, als wir noch um die Welt reisten, keine gemeinsame Küche besaßen, keine Kinder – als wir Liebhaber waren und nicht Ehepartner und Eltern – als wir die waren, die Leichtigkeit und Freiheit und Flower-Power lebten und nicht die, die heute die Erfahrung und die Realität von weißen Haaren und vielleicht auch Hörgeräten leben.

Wie soll das gehen?
Jeder Partner/ jede Partnerin, die solche Ansprüche an den anderen stellt oder sich solchen Ansprüchen gegenüber sieht, befindet sich nicht mehr in einer lebendigen Liebesbeziehung zu sich selbst (!), sondern unterwirft sich und das eigene Leben einem Besitzanspruch und einem Machtanspruch der eigenen Vorstellungen und Gedanken. Er oder sie hat vergessen, das jedes Lebewesen FREI IST – Jeder ist frei, er/sie selbst zu sein. Die innere Freiheit und das Selbstverständnis der eigenen Würde eines jeden Menschen sind unantastbar. Damit wir auch und gerade in Beziehungen unantastbar bleiben, in unserer Freiheit und in unserer Würde, ist es wichtig zu erkennen, dass nur wir selbst dem anderen die Macht geben, uns „anzutasten“, indem wir den Anspruch leben oder den Anspruch zulassen, dass die Dinge und wir selbst anders sein sollen, als sie und wir JETZT SIND.

Ich wünsche Ihnen einen klaren, und damit freien Blick auf das, WAS IST.

Wo ist Ihre Aufmerksamkeit?

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„Dort, wo ihre Aufmerksamkeit ist, dort ist Ihre Kraft“. Das ist ein sehr alter Gedanke, der von allen Religionen, Völkern und Weisen dieser Welt über die Jahrtausende immer wieder neu mitgeteilt wurde und letztendlich auch von der Quantenphysik im Labor nachgewiesen wurde.

Was bedeutet dieser Gedanke?
Lassen Sie uns ganz gemächlich bei einem Versuch beginnen: in einen leeren, aber klar begrenzten Raum stellte man einen kleinen Roboter, der in diesem Raum frei „laufen“ durfte. Vielleicht kennen sie diese kleinen Staubsauger, die den ganzen Tag über durch die Wohnung fahren, sich selbst wieder aufladen und so nach und nach überall saugen auch unterm Sofa. Dieser kleine Roboter benutzte also im Laufe des Tages irgendwie nach Zufallsprinzip den gesamten Raum kam überall einmal hin, so dass das die abgefahrene Route am Ende des Tages so aussah, als hätte jemand Fäden durch den ganzen Raum gespannt. Nun stellte sich die Frage: ändert sich an diesem Versuch etwas, wenn ein „denkender Beobachter“ mit dazu kommt? Um das Denken auf ein Minimum zu reduzieren, entschied man sich für ein ein-Tag altes Küken als Beobachter. Damit es nicht durch den ganzen Raum lief, wurde es in eine kleine Kiste gesetzt. Was nun passierte erstaunte die Forscher; denn diese seelenlose Maschine umfuhr nur noch die Kiste mit dem Küken. Der Rest des Raum war uninteressant geworden.
Es gibt seit 100 Jahren eine intensive Forschung in der Quantenphysik mit vielen hunderten Experimenten, die zu identischen Ergebnissen gelangen. Der „Beobachter“ verändert den Verlauf des Experiments. Die „Gedanken“ des Kükens also lenkten diese Maschine. Da, wo die Aufmerksamkeit war, da war die Kraft. Nun bringe ich das mal in den Alltag: Was geschieht, wenn Sie mit Ihrer besten Freundin ausgiebigst und mit ganz vielen enttäuschten, negativen Gefühlen z.B. über den Nachbarn schimpfen, sich über Ihren Ehemann beschweren, über Ihr Gewicht oder die derzeitige Politik ächzen und stöhnen?
Was passiert?

Genau.
Das, dem Sie da so ausgiebig Ihre Gedanken, Ihre Gefühle widmen, das verstärken Sie; denn genau da ist Ihre Kraft. D.h. etwas, was ich sehr ablehne, sehr verurteile, wogegen ich sehr kämpfe, davon ziehe ich noch mehr in mein Leben. Wenn die Gedanken eines Kükens einen kleinen Roboter „lenken“ können, was können dann Ihre gezielten, machtvollen, negativen Gedanken bewirken?

Das funktioniert übrigens genauso in Richtung „positiv“! Je freundlicher, fröhlicher, positiver Sie gestimmt sind, desto mehr ziehen Sie davon an. Und – NEIN – es geht nicht um „Schönfärberei“.

Jeder echte Schmerz, jede wirkliche Trauer darf sein und soll auch sein. Nur- schauen Sie sich Ihren Schmerz, Ihre Trauer genau da an, wo sie entsteht, erleben Sie das alles bewusst und dann werden Sie merken: es wird weniger.
Je mehr sich Ihr Schmerz, Ihre Trauer gesehen fühlt, desto leichter kann sie gehen. Das sind stille Prozesse, sie geschehen in Ihnen. Und dann lassen Sie das, was gewesen ist, auch in Frieden ruhen und wenden Sie sich Neuem zu. Das wiederholte „Aufwärmen“ der alten Geschichten, der alten Gefühle, der alten Gedanken zieht ganz sicher genau diese Energien wieder in Ihr Leben.

Schauen Sie bewusst hin, was Sie gerade sagen, was Sie gerade denken, wem Sie gerade was erzählen. Manchmal ist Lächeln und Schweigen die bessere Alternative, weil Sie immer das in Ihr Leben holen, worauf Sie intensiv ihre Aufmerksamkeit richten.

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